Steingarten-Pflanzkasten

Fertiges Steingartenbeet mit Insektentränke nebenan.

Aufräumen macht aus benutzten Regalbrettern heimatloses Holz. Bei uns fielen die Woche ein paar Bretter 20-30cm breit und ein paar Leisten mit 10cm Breite an. Mit ein bisschen Sägen und einem Brennpeter wurde daraus noch ein Steingarten-Pflanzkasten.

Material:
1 Brett 30cm x 120cm, 18mm stark (Boden)
2 Leisten 32cm lang, 10cm breit, 18mm stark (Seitenteile)
1 Leiste 124cm lang, 10cm breit, 18mm stark (Vorderseite)
1 Brett 124cm lang, 20cm breit, 18mm stark (Rückseite)
Selbstschneidende Schrauben
Akkuschrauber
Leinöl
(ev. Dekupiersäge)
(Brennpeter / Holzbrennapparat)

OK, die Liste oben ist geschönt. Ich hatte kein 124cm langes, 20cm breites Brett. Das habe ich mir zusammengeschustert. Improvisieren ist alles.

Vorzeichnung für den Blumenkasten aus altem Fichtenholz.
Vorzeichnung für den Blumenkasten aus altem Fichtenholz.

Ich möchte dieses Mal einen richtig hübschen Pflanzkasten bauen. Da ich einen insektenfreundlichen Dachgarten anstrebe, nehme ich Insekten als Motive. Vorlagen sind Fotos aus dem Fundus und ein paar Abbildungen aus meinem alten Insektenbestimmungsbuch. Das Schmetterlingsposter vom NaBu musste auch herhalten.

Die Schmuckbretter des Pflanzkastens nach dem Brennen.
Die Schmuckbretter des Pflanzkastens nach dem Brennen.

Die vorgezeichneten Insekten habe ich direkt ins Holz gebrannt. Das lange schmale Holz ist die vordere Schmuckleiste, das etwas kürzere große Holz die Rückseite des Kastens.

Die Kinder sägen die Seitenstücke zurecht.
Die Kinder sägen die Seitenstücke zurecht.

Kinder einbinden ist wichtig, also durfte der Nachwuchs die Holzleiste für die Seitenteile zurechtsägen. Je nach Alter wurde die Säge geführt oder Gegengewicht gegeben. Mamas Fuß und Hand sorgt für zusätzliche Sicherheit.

Der Pflanzkasten zusammengebaut und mit Leinöl eingelassen.
Der Pflanzkasten zusammengebaut und mit Leinöl eingelassen.

Habe ich erwähnt, dass die Materialliste  oben geschönt ist? Ich habe die Rückwand der Kiste aus Resten zusammengestückelt. Hat im Prinzip ganz gut geklappt. Kinda-sorta. Oder so.
Die Kiste ist nur mit Schrauben zusammengesetzt. Abzugslöcher habe ich keine gebohrt, da ich die Kiste mit Absicht nicht straff zusammengesetzt habe. An jeder Verbindungsstelle klafft eine mindestens 3mm breite Lücke. Für einen Pflanzkasten für Steingartenpflanzen, die in gut abziehendem Substrat stehen und nicht gegossen werden, reicht das.

Der Steingartenkasten an Ort und Stelle, gefüllt mit Sand-Kies-Substrat und bepflanzt mit Sempervivum.
Der Steingartenkasten an Ort und Stelle.

Hier die Kiste in Aktion, besetzt mit Sempervivum in Sand-Kies-Substrat. Unter den zwei Dachziegeln, die die Lücke in der Rückwand verdecken, ist ein Knäul Holzwolle für überwinterungswillige Insekten. Wahrscheinlich versammeln sich dort die Ohrkneifer.

Das Totholz auf der Anpflanzung macht sie katzensicher.
Das Totholz auf der Anpflanzung macht sie katzensicher.

Kommen wir zum Katzenschutz. Katzen mögen keinen unsicheren Untergrund, also sind ein paar lose aufgelegte Zweige der perfekte Katzenschreck. Als Totholz (OK, für die Bezeichnung fehlen den Ästen ein paar Zentimeter Durchmesser) haben sie auch noch ökologischen Nutzen. Gewinn auf der ganzen Linie.

Fertiges Steingartenbeet mit Insektentränke nebenan.
Fertiges Steingartenbeet mit Insektentränke nebenan.

Fehlt nur noch der Wasserpott für die Insekten. Der steht weiss nebendran – ich war nicht sonderlich motiviert, Pflanzfläche dafür herzugeben. In der 10cm tiefen Schüssel liegen zwei Steine, die über die Wasserfläche hinausragen, als Lebensretter, und ein Ast bietet eine Krabbelverbindung zur Anpflanzung.

Pflanzgefäß aus Keramikscherben

In unserem Haushalt folgen ab und zu Teller und Schüsseln der Schwerkraft. Aus den Überresten der treuen Haushaltshelfer kann man leicht neue Pflanzgefäße bauen.

Material:
Keramikscherben
Spachtelmasse, Beton, Feinputz oder Ähnliches als Kleber
Wasserfeste Unterlage
Gummibecher zum Anrühren, Spachtel oder alter Löffel

Auf die wasserfeste Unterlage – die wird mitverbaut – gibt man die angerührte Spachtelmasse und verteilt sie großzügig. In die Spachtelmasse die Scherben stecken und wenn nötig von außen abstützen. Dabei darauf achten, dass die Scherben breitflächigen Kontakt zu Spachtelmasse und Untergrund haben.
Reste der Spachtelmasse von oben auf die Kontaktstellen zwischen Spachtel und Keramik tropfen. Das sichert zusätzlich gegen nach außen gerichteten Druck.
24 Stunden aushärten lassen.

Tonscherben, mit Spachtel zu einem Pflanztopf zusammengeklebt.
Tonscherben, mit Spachtel zu einem Pflanztopf zusammengeklebt.

Die Scherbenansammlung ist nach 24 Stunden fest verklebt, weist aber viele Ritzen auf. Da ich eine Pflanzschale für Sempervivum (die einheimische Variation eines Kaktus) anlegen möchte, ist mir das recht. Sempervivum will trockene Füße haben, also muss das Wasser schnell abziehen.

Die zum Pflanztopf zusammengeklebten Scherben aus der Seitenansicht.
Die zum Pflanztopf zusammengeklebten Scherben aus der Seitenansicht.

Braucht man ein feuchteres Substrat, kann man noch einmal Spachtelmasse anrühren und alle Ritzen bis auf ein oder zwei Abzugslöcher verfüllen. In dem Fall noch einmal 24 Stunden aushärten lassen.

Sempervivum im Scherbenbeet. Seitenansicht.
Sempervivum im Scherbenbeet.

Ist alles gut und trocken, kann man das Substrat einfüllen und die Pflanzen setzen. In meinem Fall Haus- und Dachwurzen unterschiedlicher Größe. Wahrscheinlich werde ich in ein oder zwei Jahren einige Pflanzen entfernen müssen, damit kein Verdrängungswettbewerb stattfindet.

Sempervivum im Scherbenbeet.
Sempervivum im Scherbenbeet.

Vorbereitungen für neue Kübel im Herbst

Im Herbst will ich meinen Kübelgarten von Mörtelkübel auf Holzkästen umstellen. Dabei wird der bestehende Platz deutlich besser genutzt, und ich bekomme ein paar zusätzliche Pflanzmöglichkeiten für Büsche.

Also habe ich die Liste der Topfpflanzen noch einmal erweitert:
Zusätzlich zur Schlehe, Sal-Weide und Kornelkirsche steht auf der Terasse nun ein Faulbaum, ein eingriffeliger Weißdorn, ein Wildapfel, ein schwarzer Holunder und eine Johannisbeere.

Ab und zu möchte ich ja auch von meinen Vogel- und Insektensträuchern was leckeres ernten.

Südseite Juni 2017
Südseite Juni 2017
Westseite Juni 2017
Westseite Juni 2017
Nordseite Juni 2017.
Nordseite Juni 2017.

Bilder Anfang Juni

Kornblumenknospe

Ein paar Bilder aus dem Dachgarten, aufgenommen mit der kurzsichtigsten Vorsatzlinse, die in meinem Besitz ist. Das helle Insekt am Dill hielt ich fast für ein Schmetterlingsei, aber diesen Triumph kann ich leider noch nicht feiern.

Insekt am Dill.
Insekt am Dill.

Diese bunte Knospe stammt aus dem Magerbeet, dessen Bewuchs in den letzten Wochen richtig in die Höhe geschossen ist. Nun sieht es sogar nach Pflanzen aus.

Zu welcher Pflanze diese Knospe gehört, kann ich trotzdem nicht sagen. Wegen des Blaus tippe ich aber mal auf eine Kornblume.

Bunte Knospe.
Bunte Knospe.

Zuletzt eine Detailaufnahme von einer Pflanze, die ich garantiert nicht ausgesät habe. Ich tippe hier auf eine Sonnenblume, die von Vogel oder Katze eingeschleppt wurde. Es handelt sich hier um die oberste Triebspitze und damit wahrscheinlich schon um die Anlage der Blüte.

Sonnenblumenblüte in Spe.
Sonnenblumenblüte in Spe.

Ich wünsche schöne Feiertage.

Steingartenpflanzen im Balkonkasten

Blühende Sempervivum im Balkonkasten auf Kies

Ich habe beim Gießen meiner Kastenpflanzen auf der Außenseite des Balkons immer so meine liebe Not: Über die Blumenbank sind die Kästen schlecht zu erreichen, und es ist ist sehr schwierig, nur die Kästen und nicht die unterliegenden Nachbarn zu gießen.

Blühende Sempervivum im Balkonkasten auf Kies
Blühende Sempervivum im Balkonkasten auf Kies

Nach ein bisschen Nachdenken kam ich auf eine einfache Idee: Wenn ich die Kästen nicht ordentlich gießen kann – warum mache ich dann Blumen rein, die viel Wasser brauchen?

Sempervivum im Balkonkasten auf Sand
Sempervivum im Balkonkasten auf Sand

Also wachsen bei mir jetzt Sempervivum und Sedum in den Kästen. Denen macht das aride Klima nichts aus, und ich kann so sparsam gießen, wie ich lustig bin. Am Besten bei Regen, dann merkt es niemand. 😉
Nach nun acht Wochen scheint es den umgesetzten Pflanzen recht gut zu gehen. Mein Substrat besteht zu 1/3 aus Erdresten der alten Blumenerde, 1/3 Sand bis Korngröße 2 und 1/3 Kies Korngröße 4-8. Die Oberfläche kann man mit Sand oder Kies nach Gusto (und Insektengunst) gestalten.

Blühende Sempervivum im Balkonkasten auf Kies
Blühende Sempervivum im Balkonkasten auf Kies

Durch Variationen im Substrat (zum Beispiel 90% Sand und 10% Kies) kann man Erd, Entschuldigung, ich meine natürlich sandbewohnenden Insekten ein einfaches und pflegeleichtes Habitat schaffen. Dafür sollten die Balkonkästen aber mindestens 20cm hoch (tief) sein; ein kleiner Haufen obenauf gefällt den Bienen auch sehr gut.

Einziger Nachteil: Das von unten sichtbare Blütenmeer der Hornveilchen ist nicht mehr da. Ich überlege aber, ob ich nicht im Herbst noch ein paar geeignete Zwiebelpflanzen mit hineinsetze, um das abzufangen.

Wichtig ist, die Balkonkästen ordentlich gegen Herunterfallen und Wegfliegen zu schützen. Wenn ein normaler Kasten mit ein paar Blümchen den Abflug macht, ist das schon ärgerlich, aber ein Sand-Kies-Kasten wiegt um einiges mehr als das käufliche Standard-Torf-Substrat.

Drei Zonen auf dem Balkon

Ertragszone auf dem Balkon: Tomaten, Auberginen, Paprika und eine Physalis.

Die erste Zone, die Pufferzone oder Zone A, soll den Garten und seine Bewohner nach aussen hin abschirmen. Inwieweit das in drei Metern Höhe sinnvoll ist, sei dahingestellt. Die Salweide ist auf jeden Fall eine wichtige Futterpflanze und Wohnort vieler Insekten.

Salix Caprea (Sal-Weide) mit Unterpflanzung von Dill und Wilder Möhre.
Salix Caprea (Sal-Weide) mit Unterpflanzung von Dill und Wilder Möhre.

Die zweite Zone B, die Hotspotzone, ist in diesem Dachgarten durch vier Kisten Sand-Kies-Beet repräsentiert. Gegenwärtig rührt sich hier wenig.

Hotspotzone Mitte Mai.
Hotspot-Kisten Mitte Mai.

Und zuletzt die Ertragszone, Zone C. Ich muss noch zwei Pflanzen setzen, mir ist zwischendurch die Erde ausgegangen.

Ertragszone auf dem Balkon: Tomaten, Auberginen, Paprika und eine Physalis.
Ertragszone auf dem Balkon: Tomaten, Auberginen, Paprika und eine Physalis.

 

Pflanzen am 10. Mai

Sempervivum im Korb

Ein kurzer Rundgang um die Terasse am 10. Mai 2017, dem ersten richtig sonnigen Maitag. Ab heute soll auch die Nachtfrostgefahr gebannt sein. Ich warte das erst mal ab.

In diesem Kübel habe ich eigentlich Hyazinthen, Borretsch und Ringelblumen ausgesät. Nur scheint es ein unbeugsames, unbekanntes Wildkraut zu geben, das sich zum Ziel gesetzt hat, alles zu überwuchern.
Kübel mit Überraschungspflanzen.
Pflanzkasten aus Holz mit Wildkräutern.
Pflanzkasten aus Holz mit Wildkräutern.
Unterpflanzung der Salix caprea: Dill, wilde Möhre und ein paar Traubenhyazinthen.
Unterpflanzung der Salix caprea.

Kräuterbank ersetzt

Die neue Kräuterbank aus Douglasienholz, vollgestellt mit neun Kräuterschalen.

Die alte Kräuterbank aus dem Jahre 2012 bestand aus den Überresten eines noch älteren GORM-Kellerregals, das in der neuen Behausung keinen Platz mehr hatte. Für unbehandeltes Kiefernholz hielt sie erstaunlich lange, doch in diesem Frühjahr lösten sich einige kritische Schrauben aus dem morschen Holz, also musste sie gehen. In der Anschlussverwendung schwanke ich noch zwischen Kompost (das Holz ist unbehandelt), Reisighaufen (das Holz ist sowieso schon morsch, dann kann es auch noch ein paar Insekten mehr füttern) und dem Zerlegen zugunsten des Kamins einer guten Freundin.

Nachdem das gute Stück aber seine Funktion einer Blumenbank auf der Innenseite des Terassengeländers perfekt erfüllt hatte, musste guter (dauerhafterer) Ersatz her. Also habe ich mit den Kindern eine neue Kräuterbank aus Terassenbohlen gebaut. Ist sie nicht hübsch?